Die Baukosten steigen für den Bau von Häusern und Wohnungen stetig an in den letzten Jahren. Sind die Energieziele und überzogene Forderungen des Bundes, der Länder oder der Kommunen daran schuld? Was sind die wahren Preistreiber?

Steigende Baukosten und strengere Auflagen

Eine Studie die von Immobilienunternehmen, Baustoffhandel und dem Mieterbund in Auftrag gegeben wurde stellt fest, dass sich die Baukosten zwischen dem Jahr 2000 und 2014 um rund 40 Prozent erhöht haben , ein Quadratmeter Wohnfläche war im Jahr 2000 für knapp 1000 € zu bauen, im Jahr 2014 waren es bereits 1432 €.

Zum einen sind es die strengeren Vorgaben von Bund, Ländern und Gemeinden für die Themen Brandschutz und Erdbebensicherheit, sowie höhere Steuern und Gebühren. Die Grunderwerbssteuer hat sich 2011 von 3,5 auf 5 % erhöht. Auch die energetischen Anforderungen an den Bau sind 2016 erneut verschärft worden. Diese Vorgaben erhöhen die Baukosten um rund 8 %.

Zum anderen sind es die überproportional gestiegenen Preise für Material und Arbeitslöhne am Bau – sie machen laut der Studie fast die Hälfte der erhöhten Baukosten aus. Diese Entwicklung hat sich leider seitdem fortgesetzt. Im Mai 2018 stellt das Statistische Bundesamt einen weiteren Anstieg der Preise um 4,1 Prozent gegenüber Mai 2017 fest.

Grundstückspreise werden immer teurer

Das die Preise wegen der guten Konjunktur leicht durchzusetzten sind versteht sich von selber.
Zu all dem kommt natürlich auch der starke Anstieg der Grundstückspreise, vor allem in den Ballungsräumen, wo die Wohnungsnot besonders groß ist. In der Region Stuttgart sind Grundstückspreise von über 500 € pro Quadratmeter keine Seltenheit, in Spitzenlagen sogar bis zum doppelten.

Trotz allem hat aber die Bautätigkeit stark zugenommen. Im Jahr 2010 sind in Baden Württemberg 21 717 Wohnungen fertiggestellt worden im Jahr 2017 waren es bereits 33 523 neue Wohnungen. Um den wahren Bedarf zu decken müssten jedoch laut einer Studie von Prognos jährlich 65000 neue Wohnungen zur Verfügung gestellt werden, von 2021 an dann jährlich 43000 Einheiten.

Allerdings schwankt die Wohnungsnot in Baden Württemberg stark, so z.B. gibt es in 8 Großstädten sehr angespannte Wohnungsmärkte, in 20 weiteren Kreisen angespannte und in 2 Kreisen sogar eine Stagnation der Nachfrage.